BAG-Woche 2016

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Von Samstag, 20.8. bis Dienstag, 23.8. fand die BAG-Woche im Hotel Magerl in Gmunden statt.

Nach der gelungenen »Neuauflage« der BAG-Woche vergangenes Jahr wollten wir dies natürlich heuer wiederholen. Gesagt getan, eine Örtlichkeit war gleich gefunden, das Hotel Magerl hatte sich schließlich hervorragend bewährt – man glaubt es kaum, wie sehr es einem bei der Organisation hilft, wenn das Hotel und sein Personal
an Seminare gewöhnt ist. Da ich die etwas chaotische
Anmeldungsmoral aus 2015 noch im Hinterkopf hatte, stellte ich mich einfach auf dieselbe Situation wieder ein – umsonst wie sich herausstellte. Zwar waren es heuer weniger Anmeldungen als letztes Jahr, dafür ging alles umso reibungsloser über die Bühne.
Da es ohne Herausforderung aber auch nicht geht, spielten uns die Referenten dieses Jahr so manchen Streich. Die ursprünglich vorgesehene Tanzlehrerin aus Italien sagte Mitte Juli urplötzlich ab, was uns doch sehr unter Druck setzte, schließlich hatten wir auf der
Ausschreibung der Woche italienische Tänze angekündigt.
Dank der Hilfe von Else Schmidt und ihren guten Beziehungen zu Tänzern aus der ganzen Welt, gelang es uns schließlich Attilio Baccarin und seine Frau Ariana als Referenten für italienische Tänze zu gewinnen.

Die polnische Tanzleiterin Patrycja Kuczyńska, deren Kontakt wir über Simon Wascher bekommen haben, hatte mir zugesagt, antwortete sonst aber eher sporadisch auf Mails und circa drei Wochen vor Beginn der Tanztage fiel ihr ein, dass sie gerne in Begleitung von
zwei Musikerinnen, Diana Szawtowska und Kasia Huzarska kommen wollte – also erneut umdisponieren. Zum Glück waren Else Schmidt und Gernot Gföllner als Referenten für die österreichischen Tänze sowie Herbert Zotti für die Singstunden und unsere beiden Musiker Hermann Haertel jun. und Simon Wascher fix.

Nach den etwas turbulenten Vorbereitungen erwies sich die Woche selbst dann aber als lustig und entspannt. Ziel des Seminars war – als Fortsetzung zum Vorjahr – die Einbettung des traditionellen österreichischen Tanzes in das gesamteuropäische Tanzgeschehen und damit einhergehend das Verstehen und Erleben von Zusammenhängen. Jeder Referent hatte täglich eine Einheit, dazu kam eine Stunde Singen. Die polnischen Stunden wurden auf Englisch gehalten, der italienische Unterricht wurde dankenswerterweise von Birgitt Kepplinger übersetzt, da Attilio und Ariana nur wenig Englisch sprechen – und immer, wenn man sich sprachlich nicht verstand, verständigte man sich eben mit Händen und Füßen. Gelehrt wurden verschiedenste Tänze aus Italien, Österreich und Polen, angefangen bei der Tarantella Montanara, dem Gigo di Sapeyre über den Saufadler, den Ischler Landler, bis hin zu Powolniak, Mazurek und viele mehr.

Das Singheft war gefüllt mit Wienerliedern, Schlagern der 1920er und 1930er Jahre und Volksliedern aus Österreich, Italien und Kroatien und Jodlern, die während der Einheit mit Klavier- bzw. Harmonikabegleitung fleißig gesungen wurden. Neben einer Diskussionsrunde geleitet von Else Schmidt und Simon Wascher gab es auch noch einen Vortrag von Herbert Zotti zum Thema »Das ›echte‹ deutsche Volkslied«, über Geschichte und Gegenwart des Volksliedes in Österreich.

Am Sonntagabend war die ganze Gruppe zu einem geselligen Tanzabend in die zum Tanzboden umfunktionierte Tenne von Gernot Gföllner eingeladen. Dort spielten Referenten und Teilnehmer der BAG-Woche in bunt zusammengewürfelten Gruppen zum Tanz auf. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die Familie Gföllner für die Einladung und Bewirtung, es war ein wirklich gelungener Abend. Am Montag durften wir noch eine Führung
durch die Gmundner Keramikmanufaktur erleben und dann stand auch schon der Abschlussabend vor der Tür.

Abschließend sei gesagt, dass die BAG-Woche 2016 ein schönes und lehrreiches Seminar war und obgleich es sehr angenehm und nett ist, eine kleine Runde zu sein, wäre es doch sehr schön, wenn sich die Teilnehmerzahl im nächsten Jahr wieder etwas erhöhen würde.

Michaela Lehner